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Do/Fr, 02/03.05.2013, IGS List
Eine Welt - Klimawandel
Einführung zum Thema der IGS List >> mehr
Präsentation Klimawandel_Klimaschutz_Energiewende >> mehr

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsfaden eingerichtet.

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Das Podium v.r.n.l.: Pat Drenske (Grüne, Umweltpolitischer Sprecher), Dr. Miersch (SPD, Bundestags- abgeordneter),  fünf Schüler (Moderator Paul Wittenberg in der Mitte), Prof. Heimhofer und der Autor selbst

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Die klimaskeptische Sichtweise konnte während der Podiumsdiskussion mit einigen Folien dargestellt werden.

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Einen Tag vor der Podiumsdiskussion, am 02. Mai, gab es eine ausführliche Darstellung in der Klasse 10c, die über eine Stunde dauerte. Die Schüler wirkten sehr interressiert und stellten viele Fragen..

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Podiumsdiskussion: Folie “Der Klimawandel der letzten 150 Jahre war überwiegend gut”

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Beispiel für die Diskriminierung von beim Klimawandel Andersdenkenden:  Explodierende Köpfe 
Focus: http://tiny.cc/b35ulw
Original: http://tiny.cc/h9cvlw  und http://tiny.cc/jzlcww

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Das Ankündigungsplakat in der IGS List

Wie schreibt man einen möglichst objektiven Bericht über eine Diskussion, wenn man selber einer der Hauptbeteiligten bei einer Kontroverse ist und das bei einem recht bewegenden Thema?

Ich bin dann mal so mutig und versuche es. Es macht ja doch kein anderer. ;-)    Klaus Öllerer

Projektmonate

Die Integrierte Gesamtschule List in Hannover veranstaltete ein mehrmonatiges Projekt namens “Eine Welt”. Dabei war auch der Klimawandel ein Thema und es wurde die Frage gestellt, ob dieser anthropogene oder natürliche Ursachen habe.

Da wir Klimaskeptiker im Gegensatz zum Mainstream der Ansicht sind, dass überwiegend natürliche Ursachen für den vergangenen und gegenwärtigen Klimawandel verantwortlich sind, wurde ich als ein Vertreter dieser Richtung eingeladen.

Am 2. Mai konnte ich über eine Stunde lang mit vielen Folien und zwei Videos meinen Standpunkt in der Klasse 10c darlegen.

Ich glaube einen Weg gefunden zu haben, um mit möglichst einfachen Diagrammen, Beschreibungen und Zitaten die Zusammenhänge zu verdeutlichen. Eine Karikatur und zwei Videos mit einer gewissen emotionalen “Sprengkraft” unterstützten die Konzentration aller Beteiligten.

Die hoffentlich zur Zufriedenheit beantworteten Nachfragen der Schüler zeigten mir dann ein recht hohes Niveau beim Mitdenken.

Das Angebot: Faktencheck zur Präsentation (>> mehr)

Die Podiumsdiskussion

Nach einer Einführung durch den Schüler Paul Wittenberg, der die Moderation durchführte, stellten sich die Experten vor.

Danach hatte ich die Gelegenheit an Hand einiger Folien im Schnelldurchgang folgende Sichtweisen darzustellen:

* Klimawandel ist die natürlichste Sache von der Welt und die Erwärmung der letzten 150 Jahre war überwiegend gut.

* Die jetztige Warmzeit passt sich gut in das Auf und Ab der letzten 10.000 Jahr ein.

* Klimamodelle sind nicht in der Lage das Klima vorauszusagen.

* Deutschland kühlt sich seit ca. 15 Jahren ab, was der Deutsche Wetterdienst verschweigt.

* Die gute Korrelation von Sonnenaktivität und Temperatur wird in den Klimaberichten verschwiegen.

* Die dominanten Teile der Klimawissenschaft arbeiten nicht seriös.

* Andersdenkende werden diskriminiert und müssen um Jobs und Karriere fürchten.

* Die Medien sind von den Grünen dominiert. Welchen Einfluss hat das auf die Berichterstattung?

* Für ein Sofortprogramm: die Diskussion mit Andersdenkenden auf allen Ebenen eröffnen, Klimaschutz einstellen und überprüfen was davon überhaupt noch Sinn macht.

Prof. Heimhofer empfahl eine andere Grafik zur Entwicklung über die letzten 10.000 Jahre zu verwenden. Die von mir verwendete sei von 1995 und die heutigen sähen etwas anders aus. Inzwischen bahnt sich dazu ein E-Mail-Austauch an.

Prof. Heimhofer bestätigt die Temperaturerhöhung der letzten 150 Jahre um ca. 0,4 Grd, sieht jedoch einen Zusammenhang zu dem steigenden CO2-Gehalt in der Atmosphäre. Er sieht sich im Konsens mit einer Mehrheit der Wissenschaftler, die bei einer CO2-Verdopplung von einer Temperaturerhöhung von 2-4 Grd ausgehen.

Pat Drenske, Grüne, zeigte ein Tortendiagram zur Beantwortung der Frage in  wissenschaftlichen Arbeiten seit 1991, ob es einen Klimawandel gäbe und ob der Mensch darauf einen Einfluss hätte. Nur eine verschwindend kleine Zahl (24 von über 13.000) Arbeiten stimmten dem nicht zu.

Mein spontaner Einwurf, dass ich mit der Mehrheit dort übereinstimmen würde, klärte dann die Situation.

Weiter führte Pat Drenske aus, dass es einen wissenschaftlichen Konsens gäbe und man doch den Klimawandel abschwächen sollte, bspw. durch Erneuerbare Energien.

Ein Beitrag aus dem Publikum bezweifelte einen wissenschaftlichen Konsens zu den Ursachen des Klimawandels.

Dr. Miersch führte ganz allgemein aus, das es kein Thema auf der Welt gäbe, was nicht umstritten wäre. Man soll weg von endlichen Ressourcen kommen und die, die unendlich vorhanden sind sollten verwendet werden. Das wäre auch eine Frage von Krieg und Frieden. Daraufhin gab es Applaus aus dem Publikum.

Damit waren die Beiträge zum Klimawandel zu Ende und es ging mit dem Thema Energiewende weiter.

Energiewende

Mit wenigen Folien konnte ich meinen Standpunkt darlegen:

Die Energiewende muss scheitern,

* weil die Erneuerbaren nicht den größten Teil des Primärenergiebedarfs liefern können (siehe entsprechende Folie)

* die Arbeitsproduktivität 5-10 mal geringer ist, als bei den fossilen Energien Kohle und Gas.

Bei diesen Darstellungen gab es Einwände, die auch nicht mehr ausdiskutiert wurden:

* Einwand 1: Windenergie wäre nicht die einzige erneuerbare Energie, um die Primärenergie zur Verfügung zu stellen. Es gäbe doch noch andere Energieformen. Beispiel: Geothermie

* Einwand 2: Der Primärenergiebedarf ist geringer bei Verwendung von Erneuerbaren

* Einwand 3: Durch gesteigerte Energieeffizienz läßt sich der Primärenergiebedarf senken

* Einwand 4: Geringere Arbeitsproduktivität bedeute auch, dass mehr Leute Arbeit hätten.

Zu den Einwänden siehe weiter unten die Anmerkungen

Dr. Matthias Miersch und Pat Drenske verteidigten das Konzept der Energiewende und sahen viele Möglichkeiten, die noch nicht ausgeschöpft seien.

Prof. Heimhofer meinte, dass man an den sehr preisgünstigen fossilen Energien nicht vorbeikäme und sich schon überlegen müsse wie man mit den Kosten bei den Erneuerbaren umgehe, wenn das umliegende Ausland es anders und preisgünstiger macht. Das sieht er als Kernfrage der ganzen Geschichte.

Eine Schülerin erklärte ihre Verwunderung, dass sie bisher überhaupt nichts davon wußte, das es andere Meinungen zu diesen Themen gäbe. Und das fände sie nicht in Ordnung.

Nach einer Stunde endete die Veranstaltung in freundlicher Atmosphäre. Zum Abschluss erhielt jeder Podiumsteilnehmer ein Glas Honig aus der schuleigenen Imkerei.

Die Teilnehmer des Podiums waren:

Pat Drenske, 27, Umweltpolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion, Politikwissenschaft studiert und arbeitet als Fahrradkurier

Dr. Matthias Miersch, 44, Rechtsanwalt, Hauptberuf jetzt Politiker, seit 2005 im Bundestag, Umweltpolitischer Sprecher der SPD dort

Schüler Leonhard Gehrke, Paul Wittenberg (Moderator), Dajana Schulz, Leonie Plate

Prof. Ulrich Heimhofer, Geologe am Institut für Geologische Wissenschaften der Uni Hannover, bschäftigt sich auch mit dem Klima der Vergangenheit vor ca. 100 mio Jahren

Klaus Öllerer, Publizist und Ingenieur, Klimaskeptiker

 

Klaus Öllerer

Fotos: Vanessa Fenn
Letzte Änderung: 06.05.2013

 

Anmerkung zu den Einwänden:

* Einwand 1: Windenergie wäre nicht die einzige erneuerbare Energie, um die Primärenergie zur Verfügung zu stellen. Es gäbe doch noch andere Energieformen. Beispiel: Geothermie

Anmerkung zu 1: Im wesentlichen sind bisher nur Bioenergie, Wind- und Solarenergie im Fokus für eine Vollversorgung. Selbst im Energiemix bei Greenpeace von 2010 spielt Geothermie keine überragende Rolle.

* Einwand 2: Der Primärenergiebedarf ist geringer bei Verwendung von Erneuerbaren

Anmerkung zu 2: Das ist nur teilweise richtig, dürfte aber an der Größenordnung insgesamt nichts grundsätzlich ändern. Kommen Speicher zum Einsatz  - die es im erforderlichen Umfang überhaupt nicht gibt - kann das sogar den Primäreergiebedarf erhöhen.

* Einwand 3: Durch gesteigerte Energieeffizienz läßt sich der Primärenergiebedarf senken

Anmerkung zu 3: Die Möglichkeiten dazu sind begrenzt. Selbst bei einer Konferenz zur Förderung der Energiewende der Region in diesem Jahr gingen die meisten Referenten von einem weiter steigenden Energiebedarf aus.

* Einwand 4: Geringere Arbeitsproduktivität bedeutet auch, dass mehr Leute Arbeit hätten.

Anmerkung zu 4: Dadurch steigen die Preise und der Wohlstand verringert sich. Das ist bei den Erneuerbaren unvermeidbar.

Klaus Öllerer

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Ein Glas Honig aus der Imkerei der IGS List konnten alle Podiumsteilnehmer mit nach Hause nehmen.

 

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Bericht 02-13

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