|
KlimaNotizen – ergänzende Infos zum Klimawandel Kilimandscharo - der kalte Gletscherrückzug Liebe Leser, in Ostafrika gibt es drei Berge mit Gletschern. Der Kilimandscharo ist der berühmteste. Über das Abschmelzen seines Gletschers hat es in den letzten Jahren immer wieder Pressemeldungen gegeben. Ist die globale Erwärmung Schuld ? Eine Studie aus dem letzten Jahr hat versucht Beobachtungen und Fakten auszuwerten. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend und vielfach nicht bekannt. Bei einer eigenen Meinungsbildung sollten sie mit einbezogen werden Womit das hier also ein Thema für diesen Newsletter ist. Weitere Themen für den Newsletter sind in der Warteschlange. Mit besten Grüßen Klaus Öllerer Kilimandscharo - der kalte Gletscherrückzug Georg Kaser und andere Wissenschaftler stellen gleich am Anfang ihrer Studie1 fest, dass der Kilimandscharo4 und sein verschwindender Gletscher zu einem Symbol der globalen Erwärmung geworden ist und breites Interesse auf sich zieht. Die Autoren haben Erstaunliches zusammengetragen. Zusammen mit den beiden anderen ostafrikanischen Gletschern4 werden in einer Grafik die Rückzüge seit Beginn der Aufzeichnungen dargestellt:
Aus dieser Grafik kann man Folgendes ersehen: 1. Alle drei Gletscher befinden sich seit langem auf dem Rückzug, der Kilimandscharo lt. Studie schon seit der Zeit vor 1880 und damit kaum beeinflusst vom Menschen.
das Eis völlig verschwunden ist. In der Öffentlichkeit werden Gletscherrückzüge mit Erwärmung in Verbindung gebracht. Hierzu haben die Autoren eine eindeutige Haltung. Auch die Satellitenmessungen2 zeigen seit ihrem Beginn 1979 keinen Erwärmungstrend der Region dort.
Die Autoren dieser Studie halten die These, dass die tropischen Gletscher insgesamt durch Temperaturen am Rückzug sind, für nicht bewiesen. Seit ca.1850 verändert sich das Klima in Ostafrika. Der Rückzug des Gletschers begann in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als Folge eines abrupten Wechsels zu deutlich trockeneren Bedingungen. Hinzu kamen möglicherweise noch vulkanische Aktivitäten am Krater. Weniger Niederschläge, weniger Wolken und dadurch mehr Sonne werden als Hauptfaktoren genannt.
Hierzu fällt mir eine Alltagserfahrung ein. Jeder hat vielleicht schon einmal beobachtet, welche Kraft die Sonne an kalten Wintertagen entfalten kann und wie sie auch bei tiefen Temperaturen Schneehaufen in kurzer Zeit wegtrocknet - fast wie ein Gletscherrückzug im Kleinen. Möglicherweise haben auch lokale Veränderungen die Luftströmungen am Kilimandscharo beeinflusst, so dass weniger Feuchtigkeit von unten nach oben transportiert wird. Eine eventuell wichtige lokale Veränderung wird in anderen Quellen3 genannt: Das Abholzen der Bäume am Berg. Daher wird auch über Aufforstung nachgedacht. Kurzfristig wird über Plastikplanen spekuliert, die die Eisfelder vor weiterer Verdunstung schützen sollen 3. 01.05.2004 Klaus Öllerer
1. GEORG KASER, DOUGLAS R. HARDY, THOMAS MÖLG, RAYMOND S. BRADLEY and THARSIS M. HYERA 2. Satellitenmessungen: Grafik in Newsletter 3 3. Welt v. 26.03.2003: Prima Klima für den Kilimandscharo 4. Karte von Ostafrika
|
|
Impressum: |
Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.
Diese Site dient ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken.
|
"If the facts change, I'll change my opinion. What do you do, Sir" (John Maynard Keynes) KlimaNotizen will dazu beitragen, dass die öffentlichen Diskussionen zur allgemeinen Klimaentwicklung ausgewogener werden. |
KlimaNotizen.de
-
ergänzende Infos
zum Klimawandel